Dies ist die Reychs-Chronik der Moguntia, Jahrung für Jahrung geführt von a. U. 23 bis a. U. 164 — von der ersten Schlaraffensitzung im Café Schard bis zur Rückkehr in die Gutenbergburg. Sie zählt in schlaraffischer Zeit: a. U. steht für anno Uhui und rechnet von der Gründung der Allmutter Praga 1859 an; die Monate heißen Hartung, Hornung, Lenzmond, Ostermond, Wonnemond, Brachmond, Heumond, Erntemond, Herbstmond, Lethemond, Windmond und Christmond — Januar bis Dezember. Wer die Geschichte lieber erzählt bekommt, findet sie unter Geschichte der Moguntia.
Die Gründungsjahrungen — a. U. 23 bis a. U. 77
a. U. 23
Am 07. Oktober 1882 findet die erste Schlaraffensitzung in der Schandburg im Café Schard in der Dominikanerstraße statt. Die Mainzer Theatersaison 1882/83 führt den profanen Schauspieler Fritz Hitziggath, Rt Schneidertödter von der Pegnitz, fahrender Ritter der h. Colonia, mit dem Opernsänger Hermann Pfeiffer, Rt Wolfram der Erhabene, zusammen. Beide kannten sich schon aus ihrer Tätigkeit in Nürnberg, wo sie einem der Schlaraffia ähnlichen Bund „Die Ritter von der Pegnitz“ angehörten. Weiterhin anwesend sind die Rtt Lombard (17) und Ruodi (25). Rt Schneidertödter wird zum „Ober-Schlaraffen pro tempore“ erkürt, und „es folgte eine gemütliche Besprechung beim Einüben mehrerer Schlaraffenlieder mit dem Resultat, die Colonia Moguntia Aurea auszurufen“.
In der zweiten großen Sippung am 10. Oktober 1882 werden Wappen, Helm und Bandelier in den Farben des alten Kurmainz rot und weiß beschlossen.
Am 16. Oktober 1882 findet die Gründungs-Festsippung im Hotel „Rheinischer Hof“ statt. OS Sarastro vom tiefen Docht vom Mutterreych Colonia Agrippina schlägt 17 Erzschlaraffen zu Rittern, 4 zu Junkern und 4 zu Knappen. Von den 17 Rittern gehörten 5 der Mainzer Bühne an, 2 der 4 Junker waren ebenfalls Schauspieler, Kn 3 war Opernsänger. Rt Wolfram der Erhabene widmet dem jungen Reych das Lied „Auf, auf Ihr Schlaraffen“ — Melodie: Rt Flüsterleis (3).
Am 26. Oktober 1882 erfolgt der zweite Ritterschlag; Hkt Bräsig der Gastreuter (11) schlägt weitere 8 Erzschlaraffen zu Rittern. Zwei von ihnen sind Schauspieler.
Im November 1882 wird die erste Faust-Funke-Feyer des Reyches celebriert.
a. U. 25
Am 03. Oktober 1884 wird unsere erste Tochter, die h. Nova Yorkia (Rt Graf Schneidertödter), geboren. Am 20. November 1884 folgt die zweite Tochter, die h. Gedania (Rt Wolfram der Erhabene).
a. U. 29
In 1886 wird der AHA-Orden verliehen.
a. U. 34
In der Winterung 1893/1894 wird Rt Graf Gleichen der Lindenmüller (121) zum ER der Moguntia erkürt. Er vollzieht einen 14-fachen Ritterschlag in der Moguntia.
a. U. 38
Am 13./14. November 1897 findet das 15. Stiftungsfest der Moguntia statt, gleichzeitig die 400. Sippung des Reyches.
a. U. 39
In den Jahren 1898/1899 erfolgt die Umstellung auf die neue schlaraffische Zeitrechnung. In a.U. 39/40 hat unser Reych 41 Sassen, davon 36 Ritter, 1 Junker, 1 Knappen, 3 Fahrende. Zum ersten Mal seit Bestehen des Reyches fand kein Ritterschlag statt.
a. U. 40
Auf Grund des einstimmig gefassten Beschlusses, dass alle Sassen, die „spiegelwidrig 4 bis 6 Sippungen nicht besuchen“, zu streichen sind, muss das Reych einen erheblichen Sassen-Aderlass hinnehmen.
a. U. 40/41
Der Erfinder der Buchdruckerkunst, Johannes Gensfleisch zu Gutenberg, wird zum ersten Ehrenschlaraffen der Moguntia erkürt: ES Gensfleisch der Schwarzkünstler.
a. U. 42/43
Albert Lortzing wird anlässlich seines 100. Geburtstages zum zweiten Ehrenschlaraffen der Moguntia, zum ES Stadinger der Liederreiche, erkoren.
a. U. 43/44
Anlässlich des XX. Stiftungsfestes erstellt Rt Boles einen Überblick über den Mitgliederbestand der ersten zwanzig Jahrungen und über die profanen Berufstätigkeiten. Von den insgesamt 240 Sassen waren 90 Schauspieler, 49 Opernsänger, 19 Kapellmeister, Pianisten bzw. Musici. Wahrlich, ein musisches Reych!
Die Präsenzliste des Allschlaraffischen Sommerfestes verzeichnet über 700 Teilnehmer aus mehr als 90 Reychen.
a. U. 46/47
Dritter Ehrenschlaraffe des Reyches wird der Minnesänger Heinrich von Meißen: ES Frauenlob der Minnesänger.
a. U. 48/49
Das Reych feiert sein 25. Gründungsfest.
a. U. 53/54
Im Rahmen des 30. Moguntia-Reychsgeburtstages wird der Mainzer Dichter und Komponist Peter Cornelius zum ES Abul Hassan der Liederfrohe gekürt.

a. U. 61/62
Moguntia feiert die 1000. Sippung. Rückblickend formuliert unser Rt Dingsda: „Unvergesslich schöne Sippungen bewiesen, dass die langen, schweren Kriegsjahre, die nun Uhu sei Dank überwunden sind, den echten Moguntiageist nicht ersticken konnten.“
a. U. 64/65
Moguntia beschließt, ab sofort Rittermäntel zu tragen. „Böse“ Sassen sprechen von „Talaren“. „Die derzeitige Sitte oder besser die eingerissene Unsitte, den Talar auf allen Seiten, sogar bis zu den Ärmeln, mit Emblemen aller Art, darunter Katzen- und sonstige Schwänze usw. zu behängen, wäre in der Vorkriegszeit unmöglich gewesen“ (Rt Boles).
09.05. a. U. 66
Im New Yorker Hotel McAlpin feiert unsere Tochter Nova Yorkia (69) ihr 40. Stiftungsfest.
a. U. 73/74
Am 22./23. im Lethemond feiert das Reych den „50. Reychsgeburtstag unserer Moguntia Aurea“. „Im Dunkeln soll ein helles Leuchten von ihm ausgehen, soll es ein Sinnbild des schlaraffischen Gemeinschaftsgedanken sein und Kunde geben von der unversiegbaren Weltbejahung und unerschütterlichen Zukunftsgläubigkeit unseres hehren Freundschaftsbundes.“
Die Jahre des Zweiten Weltkriegs
a. U. 78
Am 15. im Hornung im 55. Jahr des ruhmreichen Bestehens unserer Moguntia kommt es in der 1460. Sippung zur „freiwilligen Auflösung“ des Reyches: „Ritter Marschall rühret das Tam-Tam – die letzte Sippung ist geschlossen – das Reych Moguntia ist nicht mehr!“
Die Chronik des Reyches schreibt „freiwillige Auflösung“ in Anführungszeichen. Das Reychsarchiv nennt den Vorgang die zwangsweise Auflösung, verkündet am 15. Hornung a. U. 78 durch Erbschlaraffe Imprimatur.
Schluss-Sippung der Moguntia am 15. im Hornung a.U. 78 (15. Februar 1937), danach Auflösung bis Kriegsende. Foto: Reychs-Archiv 45.
a. U. 78–87
Uhufinstere Zeit. An dieser Stelle sei auf das Werk „Spießrutenlaufen in der Uhufinsternis“ unseres wld. Ritters Großfürst Kientje hingewiesen.
a. U. 87
Am 11. im Wonnemond wird die Genehmigung zur Wiedererstehung der Moguntia erteilt. Am 17. im Wonnemond findet die Gründungsversammlung statt. Am 07. im Lethemond folgt die 1561. Sippung als erste Sippung nach der Uhufinsternis.
Burgweihe der „Notburg“ im Keller des Turnvereins 1817, Schießgartenstraße 11, am 10.12. a.U. 87. Vom ErbA wurde später eine Namensliste der abgebildeten Sassen auf der Innenseite hinzugefügt.
a. U. 91
Der erste Deutsche Schlaraffentag nach der Uhufinsternis findet in Mainz statt. Dort wird der „Landesverband Schlaraffia Deutschland e.V.“ (LVD) gegründet.
a. U. 94
Coloniegründung unserer Tochter Lympurgia — das Reychsarchiv datiert Sanktion und Gründungsfeyer der Colonie auf den 17. Windmond a. U. 92. Auch die erste Rhein-Main-Freundschaftssippung mit dem Turney um die moguntianische Freundschaftskette fällt in diese Zeit.
Die Gründungsväter unserer Tochter Lympurgia (322) im Jahre a.U. 92 (1951), v. l. n. r.: Unbekannt, Rt Romeo, Rt Bi-Kuss (ehem. Polzana), Kn 2, Rt Lux (ehem. Mandovia), Rt Glasfix, Rt Mephisto, evtl. Rt Kobalt.
a. U. 95
In der 1800. Sippung wird der 72. Reychsgeburtstag gefeiert. Sippungsthema: „Moguntia Aurea – seine schlaraffischen und profanen Originale“.
a. U. 98/99
Der Mitgliederstand der Moguntia beträgt 71 sesshafte Sassen. Das Durchschnittsalter beträgt 55,62 Jahre. Das 75. Reychsgründungsfest wird im Kreise von etwa 800 Gästen im Großen Festsaal des Kurfürstlichen Schlosses gefeiert.
a. U. 102
„Zweitausend Sippungstage heute runden sich feyerlich in der Moguntia, und das sind abertausend festliche Stunden, die unsere Burg in ihren Mauern sah …“

a. U. 104
„Moguntia hat endlich wieder eine eigene Burg.“ Zum ersten Mal erscheint in unserem Vademecum die neue Burgadresse: Heilig-Geist, Rentengasse 2, Eingang Mailandsgasse. In der 2076. Sippung am 07. November wird erstmalig in der Moguntia eine Blaue Kerze angezündet.
a. U. 107
„Lulu Moguntia“ — Moguntia feiert die 600. Sippung seit Wiedererstehung des Reyches und im Wonnemond a.U. 107/108 das 85. Stiftungsfest.
a. U. 108/109
Rt Luginsland wird zum 1. Churfürsten der Moguntia erkürt.
a. U. 115/116
Wir gedenken unserer Tochter, der erloschenen h. Gedania.
a. U. 117/118
Carl Zuckmayer wird anlässlich seines 80. Geburtstags zum ES Zuck vom fröhlichen Weinberg erkoren.
a. U. 123
Am 24./25. im Herbstmond wird das 100. Stiftungsfest gefeiert.
a. U. 125
Die 2700. Sippung mit dem Sippungsthema „Reich mir die Hand, mein Leben“ wird abgehalten.
a. U. 130/131
Moguntia feiert das 1. Gutenberg-Turney, das zukünftig alle fünf Jahrungen ausgetragen wird. Rt Kientje und Rt Piffche bringen von einem Ausritt das Reychsbanner der h. Nova Yorkia zurück in die Moguntia.
a. U. 134/135
Erkürung von Fred Endrikat zum ES Archeviech vom Pütt.
a. U. 135/136
Die 3000. Sippung findet statt.
a. U. 142
Reychsfehde mit der h. Terra Firma in der h. Haidelberga.
a. U. 147/148
Moguntia feiert den diesjährigen Ritterschlag in Danzig, der Stadt des verloschenen Tochterreyches Gedania.
Die derzeit im Umlauf befindlichen unterschiedlichen Darstellungen der Reychswappen der Moguntia werden auf eine einheitliche Form gebracht. Dabei wurde streng darauf geachtet, dass diese Änderungen auf den historischen Unterlagen basieren und den heraldischen Gesetzmäßigkeiten entsprechen.
a. U. 148/149
Im Kurfürstlichen Schloss wird das 125. Stiftungsfest gefeiert. Moguntia erstellt eine zweiteilige Festschrift. In dieser Winterung werden Franz Thomé zum ES Carl der Gründer und Ludwig Kalisch zum ES Ritter Freiheit gekürt.
Moguntia richtet die 36. Rhein-Main-Freundschaftssippung um die moguntianische Freundschaftskette aus. In der Burg wird die Büste von Churfürst Hans aufgestellt. Dem Antrag der Moguntia, zukünftig wieder den Reychsnamen „Aurea Moguntia“ führen zu dürfen, wird nicht entsprochen.
a. U. 149/150
Moguntia beschließt, Schärpen einzuführen. „Habemus clavicimbulum novum“ — der altersschwache Ibach-Flügel wird gegen einen Steinweg-Flügel ausgetauscht. Der 3. Churfürst der Moguntia wird erkürt. Moguntia öffnet zum ersten Mal zum „Tag des offenen Denkmals“ die Pforten der Burg. Etwa 300 Gäste kommen in die „Heilig-Geist-Kapelle“. Das SWR-Fernsehen bringt einen Kurzbericht.
a. U. 150/151
Moguntia erinnert im Rahmen der Sippung „Historia Moguntiae“ an die erloschenen Töchterreyche Nova Yorkia und Gedania.
a. U. 151/152
Moguntia richtet das Gutenberg-Turney „Druck auf dem 50. Breitengrad“ aus. Das 1. Junkertafel-Turney um den Preis des Churfürsten wird durchgeführt. In dieser Winterung findet auch die 3.500. Sippung statt.
a. U. 152/153
65 Jahrungen: „Moguntia sippt wieder“ — Erinnerungs-Sippung an die erste Sippung nach neunjähriger Uhufinsternis a.U. 87.
a. U. 153/154
„Eine Sommernacht beim Churfürsten“ — Die Reyche Asciburgia und Moguntia feiern im Kurfürstlichen Schloss.
a. U. 154/155
Moguntia feiert 50 Jahrungen Gutenbergburg im Gebäude des Heilig-Geist-Hospitals von 1236.
Unsere Gutenbergburg von a.U. 104 bis 159 (1963–2018) im ersten Stock des Heilig-Geist-Hospitals in der Mainzer Altstadt.
Auszug aus dem Heilig-Geist nach 55 Jahren
a. U. 159
Nach 55 Jahrungen wird der Mietvertrag im Heilig-Geist-Hospital vom neuen Eigentümer gekündigt. Am 26. im Ostermond findet mit der 3722. die letzte Sippung in den historischen Mauern von 1236 statt. Am 10. im Brachmond verabschieden sich die Mogunten und deren Burgfrauen im Rahmen eines feierlichen Abends vom Rittersaal in der Mailandsgasse. Als Ergebnis einer langen Suche nach geeigneten Ersatz-Räumlichkeiten bezieht die Moguntia während der Sommerung ihre neue Burg im Keller des Leininger Hofs.
Gruppenbild bei der letzten Sippung in der Burg im Heiliggeist am 26. im Ostermond a.U. 159 (26.04.2018). Foto: © Rt Linsenblick (342).
a. U. 159/160
Die neue Burg im Leininger Hof ist viel kleiner als alles, was die Mogunten gewöhnt sind. Dennoch gelingt es ihnen, den Gewölbekeller des 1348 erstmals erwähnten Hofes gemütlich und stilvoll einzurichten. Die vorherige anderthalbjährige Suche nach geeigneten Räumlichkeiten hatte durchaus auch größere Säle hervorgebracht, bei denen die monatlichen Kosten für das Reych jedoch nicht zu stemmen gewesen wären.
Die Corona-Jahre
a. U. 160/161
Die globale Corona-Pandemie trifft auch die schlaraffische Welt. Ab dem 13. im Lenzmond a.U. 161 wird das öffentliche Leben auf ein Minimum heruntergefahren; auch Sippungen können dadurch nicht mehr stattfinden. Erst drei Tage zuvor sind die Mogunten von einem Reychsausritt zurückgekehrt. Am 12. im Lenzmond, wenige Stunden vor dem bundesweiten Lockdown, wird noch ein Ritterschlag vollführt; danach ist Schluss, und die Winterung wird vorzeitig für beendet erklärt.
01.10. a. U. 161
Im Herbst a.U. 161 sinken die Infektionszahlen kurzzeitig, was es der Moguntia möglich macht, am 01. im Lethemond eine Sippung durchzuführen. Dabei müssen bestimmte Hygienevorschriften eingehalten werden, weshalb der große Saal im Mainzer Kolpinghaus angemietet wird, der sich nur ein paar Häuser neben der Burg befindet. In dem Raum, der normalerweise Platz für 200 Menschen bietet, dürfen sich mit Abstand und Mund-Nasenschutz nur 25 Personen aufhalten — inklusive Styxin. Außerdem darf nicht gesungen werden, um den Ausstoß von Aerosolen zu minimieren.
In den folgenden Wochen steigen die Inzidenzen wieder an, so dass weitere Treffen nicht mehr möglich sind. Die restliche Winterung a.U. 161/162 wird mit Kristallinen per Videokonferenz überbrückt, die aus dem Reych heraus organisiert und durchgeführt werden und die einen hohen Anklang finden. Zusätzlich erscheint regelmäßig eine „Moguntia-Gazette“, verfasst von einem Ritter und zwei Knappen. Beides führt dazu, dass der Zusammenhalt im Reych trotz der sippungs- und begegnungslosen Zeit erhalten bleibt.
a. U. 161/162
Der Lift ist da! Im Lethemond a.U. 161 wird nach langer Planung und dem engagierten Einsatz eines Ritters ein Treppenlift in unsere Burg eingebaut. Er befindet sich am Ausgang zur Kappelhofgasse und besitzt sowohl einen ausklappbaren Sitz als auch eine Plattform für Rollstühle. Die nicht unerheblichen Kosten werden zum einen Teil aus der Reychskasse und zum anderen aus einem großzügigen Nachlass unseres weiland Ritters McMalt-EHE-sehr gestemmt, welcher die Spende an die Moguntia vor seinem Tod verfügt hatte. Zu seinem Gedenken wird eine Plakette beim Lift angebracht.
a. U. 162/163
Zu Beginn der neuen Winterung im Lethemond a.U. 162 treffen sich die Mogunten nach anderthalb Jahrungen wieder in der Burg — allerdings nur die, die sich trauen, denn die Pandemie ist noch nicht vorbei. Das Thema der ersten Sippung lautet „Die Moguntia sippt wieder“ und feiert nicht nur die erste Sippung in der Burg seit der Corona-Pause, sondern auch den 75. Jahrestag der Wiederauferstehung nach der uhufinsteren Zeit im profanen Jahr 1946.
Bereits ab der dritten Sippung dieser Winterung am 21.10. führt die Moguntia als erstes Reych die sogenannte „2Gplus-Regelung“ ein. Gegen Ende des Windmonds wird in Südafrika die Omikron-Variante entdeckt; schweren Herzens entschließt sich die Moguntia wie fast alle anderen Reyche des Uhuversums zur erneuten Aussetzung der Sippungen ab dem Christmond a.U. 162. Stattdessen finden erneut Online-Kristallinen statt. Die für den 10.03. a.U. 163 erhoffte Rückkehr in die Burg wird wenige Stunden vorher abgesagt; die stattdessen stattfindende Video-Kristalline läuft unter dem Thema „Enttäuschte Hoffnungen“.
21.04. a. U. 163
Am 21. im Ostermond a.U. 163 treffen sich die Mogunten zur Durchführung der Wahlschlaraffiade ein letztes Mal in dieser Winterung persönlich. Da das Infektionsrisiko in größeren Räumen geringer ist, wird hierfür erneut der Saal im Kolpinghaus angemietet.
a. U. 163/164
Der Verlauf der Pandemie entspannt sich zum Sommer a.U. 163. Aufgrund der vielen ausgefallenen Termine genehmigt der Allschlaraffenrat (ASR) die Durchführung von bis zu fünf Sippungen während der Sommerung. Die Moguntia entscheidet sich für drei Termine. Ab dem 6. im Lethemond sippt die Moguntia wieder regelmäßig in der Gutenbergburg im Leininger Hof.
17.12. a. U. 163
Die erste Uhubaumfeyer seit fast drei Jahrungen ist zugleich die erste Großveranstaltung seit Pandemie-Beginn. Insgesamt nehmen 26 eigene Sassen, 8 Einreyter sowie 27 Burgfrauen teil. Als Veranstaltungsort treffen sich die Mogunten zum ersten Mal seit ihrem Auszug im Jahr a.U. 159 wieder im Saal ihrer ehemaligen Burg im Mainzer Heilig-Geist-Hospital, den sie für diesen Abend angemietet haben. Für alle Anwesenden ist es ein bisschen wie nach Hause kommen.
Glückliche Rückkehr ins Heilig-Geist-Spital
25.04. a. U. 164
Nach mehrmonatigen freundschaftlichen Verhandlungen mit den Eigentümern des Mainzer Heilig-Geist-Spitals wird bei der Jahreshauptversammlung des profanen Vereins der Wiedereinzug in die Mailandsgasse beschlossen. Bereits am nächsten Tag unterschreiben die beiden Vorsitzenden den auf mehrere Jahre ausgelegten Mietvertrag für den Wartburgsaal, der den Mogunten bereits von 1963 bis 2018 als Gutenbergburg diente. Nach fünf Jahren im Leininger Hof dürfen sie nun tatsächlich wieder zurück in „ihre“ Burg!
27.04. a. U. 164
Die Wahlschlaraffiade ist die letzte Sippung im Leininger Hof. Das Gruppenfoto, das nach der Sippung entsteht, zeigt nur glückliche Schlaraffen.
10.09. a. U. 164
Nach einer arbeitsreichen Sommerung, in der die Mogunten und Sassen aus befreundeten Reychen in mehr als 1.000 Arbeitsstunden die „neue alte Burg“ hergerichtet haben, erstrahlt sie in neuem Glanz. Ihre Pforten öffnet sie erstmals anlässlich des „Tags des offenen Denkmals“, bei dem die Mainzer das Gebäude von 1236 besichtigen können und zugleich noch einiges über das schlaraffische Spiel erfahren. Von den 400 Besucherinnen und Besuchern melden einige ihr Interesse an, uns als Gast zu besuchen.
05.10. a. U. 164
1.988 Tage haben die Mogunten darauf gewartet — am 05. im Lethemond sippen sie nun wieder in ihrer Burg im Mainzer Heilig-Geist-Spital. 87 Sassen und 1 Pilger sind dabei, als der Oberschlaraffe des Äußeren die feierliche Burgweihe vornimmt. Das Reych spendiert zu diesem Anlass „Weck, Worscht und Woi“ als Liebesmahl.
Fortsetzung folgt …
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Diese Chronik ist der über Jahrzehnte gewachsene Bestand des Reyches; sie stützt sich auf die Jahrgänge der Deutschen Schlaraffen-Zeitung, auf das Vademecum und auf die eigenen Aufzeichnungen. Bei einzelnen Angaben weichen Chronik und elektronisches Allschlaraffisches Reychsarchiv voneinander ab — so bei der Verleihung des AHA-Ordens, die hier unter a. U. 29 mit dem Jahr 1886 steht, während der Chroniktext der Archivdatenbank den 31. Wonnemond a. U. 28 nennt, und bei den Gründungsdaten der drei Tochterreyche, für die mehrere Daten nebeneinander überliefert sind. Wo die Chronik einen Stand wiedergibt, der nicht unabhängig belegt ist, bleibt er unverändert stehen, statt durch eine geschätzte Angabe ersetzt zu werden; die abweichenden Lesungen sind auf der Geschichtsseite benannt. Namen lebender Sassen stehen nicht in dieser Chronik. Wer Unterlagen, Bilder oder Erinnerungen zur Moguntia beitragen kann, möge sich bitte melden — wir nehmen sie gern auf.